Die schmerzhafte Leiste bei Sportlern als operative Indikation und die Leistenhernienversorgung mit chirurgischem Nahtmaterial oder Implantaten

Durch die Entwicklung im Breiten- als auch Spitzensport ergeben sich Belastungen der Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke, die zu dauerhaften Schädigungen führen können. Die Leistenregion ist ein bevorzugtes Gebiet, bei dem sich die Symptome der Überlastung (z. B. Schmerzen) besonders beim Sportler äußern können. Schmerzen werden durch spezielle anatomische Veränderungen im Leistenkanal beim Sportler verursacht, insbesondere wenn Hochleistungssport betrieben wird.

Die Schmerzen in der Leisten-/Bauchwandgegend bedürfen einer exakten Diagnosestellung, weil hier auch andere Strukturen eine wesentliche Rolle spielen können.

     - Muskulatur - Adduktoren (Abspreizmuskulatur - Oberschenkel - Gerade Bauchmuskulatur)
     - Gelenke - z.B. Gelenkverschleiß der Hüfte
 

Die Schmerzen treten während und nach maximaler Muskelanspannung auf, ausgehend vom äußeren Leistenring in der Bauchwand nach oben und in den Hoden nach unten und in die Oberschenkel unterhalb des Leistenbandes, aber auch in die Bauchwandmuskulatur zur Mitte hin.

Bevor die Indikation zur Operation gestellt wird, sollte eine konservative Behandlung vorausgegangen sein, wenn nicht primär ein Eingriff angezeigt ist.

Wir versorgen sowohl die schmerzhafte Sportlerleiste (Hernia incipiens, sogenannte "weiche Leiste") als auch die klassische Leistenhernie beim Nichtsportler.

Was ist eine Hernie (Eingeweidebruch)?

Die Erkrankung bedeutet die sackartiger Ausstülpung des Bauchfells durch anatomisch vorhandene Bauchwandlücken oder Bauchwandschwachstellen. Dabei können Eingeweide oder Organteile aus der Bauchhöhle hervortreten.

Jede Hernie besteht aus:

- Bruchsack (ausgestülptes Bruchfell)
- Bruchpforte (Bruchlücke)
- Bruchinhalt

Die am häufigsten auftretende Form der Hernie ist die Leistenhernie.

Die operative Reparation stellt heute die Standardtherapie der Leistenhernie dar. Dabei haben sich eine Reihe unterschiedlicher OP-Techniken etabliert. Die OP-Techniken, die von mir verwendet werden, basieren auf zwei generelle Prinzipien:

1. Die Bruchpforten werden mittels einer Naht wieder verschlossen (z. B. Bassini- und Shouldice-Technik)
2. Spannungsfreies Überdecken der Bruchpforte mit einem synthetischem Netz, offen versorgt
   (z. B. Lichtenstein- oder Plug-Technik)

A.Die Bassini -Technik

Reparation der Hinterwand des Leistenkanals und der Fascie (Fascia transversalis). Hierbei werden durch Einzelknopfnähte Teile der Internus- und Transversusmuskulatur mit der Fascia transversalis an das Leistenband geheftet.

 

B. Die Shouldice-Technik

Offene Reparation der Leistenhernie durch Doppelung der Fascia transversalis mittels Nahtmaterial, fortlaufend. Außerdem werden Internus- und Transversusmuskulatur sowie Externus aponeurose in getrennten Nahtreihen an das Leistenband geheftet.

C. Die Lichtenstein-Technik

Offene Versorgung der Leistenhernie, bei der die Hinterwand des Leistenkanals mit einem Netz verstärkt wird. Die Bruchpforte wird spannungsfrei überdeckt.
 

D. Die Plug-Technik        

Offene Versorgung der Leistenhernie, in der die Bruchlücke mit einem kegelförmigen Netz verschlossen wird (Plug). Der Plug wird in die Bruchlücke eingeführt und fixiert, ein zweites flaches Netz wird danach über den Plug gelegt.
In den USA und in Europa wurde diese Technik bereits bei über 1.000.000 Patienten erfolgreich angewandt. Die Aufnahme der täglichen Aktivität ist bei dieser Methode bei den meisten Patienten nach 3 Tagen wieder möglich. Bereits nach 2 Wochen kann wieder Sport getrieben und schwere körperliche Arbeit geleistet werden.
 

Wiesenstr.13       59494 Soest Tel.:02921/14026

Dr. medic. Stefan Dragulescu

Facharzt für Orthopädie, Chirurgie, Chirotherapie,

Ambulante  und stationäre Operationen

Belegabteilung im Stadtkrankenhaus Soest

Sportmedizin und Rettungsmedizin